Das Inner-Anatolische Gebiet

Mit einer Fläche von 188.586 km² nimmt das Inner-Anatoli-sche Gebiet 24,04% der Fläche der Türkei ein und bildet die grösste Region der Türkei.

Nach den Ergebnissen des ADNKS von 2009 hat das In-ner Anatolische Gebiet 11,647.168 Einwohner, von denen 9,539.237 in den Städten und 2,107.931 in Dörfern leben.

In das Inner-Anatolische Gebiet gibt es überwiegend klein-und mittelständige Betriebe. Die Teppichherstellung konzen-triert sich auf Kayseri, Sivas und Konya. Die Industriegebiete der Regionen befinden sich dagegen in den grösseren Städ-ten wie Ankara, Eski?ehir, Kayseri, Sivas, Konya, K?r?kkale und Çorum.

Die Hauptstadt Ankara: Die Hauptstadt Ankara, zweitgrösste Stadt der Türkei und das Herz des Befrei-ungskrieges, wurde modern geplant und hat sich in kurzer Zeit entwickelt. Nach historischer Überlieferung wurde An-kara zum ersten Mal von den Kelten gegründet, die sich im 3. Jahrhundert v.Chr. über den Balkan und den Meerengen bis nach Anatolien ausgebreitet haben, wo sie das Galater-Reich gründeten, dessen erste Hauptstadt Ankara war. Die Stadt erlebte danach die römische, byzantinische, seldschu-kische und osmanische Zeit, bis sie in ihren jetzigen Zu-stand kam.

Das augenfälligste Bauwerk Ankaras ist das Mausoleum, das für die ewige Ruhe von Atatürk errichtet wurde. Der Leich-nam Atatürks wurde am 10. November 1953 aus der vor-läufigen Grabstätte im Ethnographischen Museum mit einer grossen Zeremonie in das neue Mausoleum überführt.

Die sich auf einem Ankara beherrschenden Hügel erhebende Festung von Ankara wurde vermutlich von den Galatern im 2. Jahrhundert v.Chr. errichtet. Der sich im Stadtteil Ulus befindliche Augustus-Tempel aus dem 2. Jahrhundert n.Chr. enthält an seinen Mauern Inschriften, die Taten des römi-schen Kaisers Augustus schildern. Das römische Bad, das Theater und die Julian-Säule sind weitere römische Werke in der Stadt.

Zu den wichtigen Moscheen der Stadt gehören die Aslan-hane-Moschee aus dem 13. Jahrhundert mit den türkisfarbi-gen Fayencen, die die Gebetsnische schmücken, ferner die mit Kütahya-Fayencen verzierte Hac? Bayram-Moschee aus dem 15. Jahrhundert sowie die 1987 vollendete grösste Moschee Ankaras, die Kocatepe-Moschee.

Die Stadt ist auch für ihre Denkmäler bekannt. Die augen-fälligsten unter ihnen sind das Republiksdenkmal in Ulus, das Siegesdenkmal in Yeni?ehir und das hethitische Denk-mal auf dem S?hhiye-Platz.

Zudem ist Ankara reich an modernen architektonischen Bauten aus der Zeit der Republik.

Ankara, politische Hauptstadt und Verwaltungszentrum, ist auch ein wichtiges Zentrum der Kultur und Kunst.

Das “weisse Gold” aus Eski?ehir: Der weltbekannte Meerschaum, ein Symbol Eski?ehirs, ist ein auf der Welt selten anzutreffendes Erdmetall. Wenn der Meerschaum der Erde ent-nommen wird, ist er zunächst weich, verhärtet sich aber im Laufe der Zeit; deshalb nennt man ihn in dieser Gegend ‘weisses Gold’.

Mit mehr als 250.000 Studenten ist Eski?ehir geradezu eine Studenten-stadt. Hier befindet sich mit der ‘Anatolischen Universität’ die grösste Universität des Landes, die gleich-zeitig zu den zehn grössten Univer-sitäten der Welt zählt.

In der Stadt, in der häufig kulturel-le und künstlerische Veranstaltun-gen stattfinden, werden jedes Jahr die “Internationalen künstlerischen Festspiele von Eski?ehir” veranstal-tet, an denen weltbekannte Künstler teilnehmen. In Sar?köy, östlich von Eski?ehir, liegt das Grab des berühmten türkischen Volksdichters Yunus Emre, der im 13. Jahrhundert lebte. Dort wird jedes Jahr die internationale “Yunus Emre Kultur- und Kunstwoche” veranstaltet.

Das Heimatland der Hethiter: Hattuschasch (Bo?az-köy), das 1.600 v.Chr. die Hauptstadt des Hethitischen Reiches war, und die frühgeschichtliche Stadt Alacahöyük liegen in der Nähe der Bezirkshauptstadt Çorum in der zent-ralanatolischen Region.

Das mit Mauern umgebene Hattuschasch ist gleichsam eine Stadt der Tempel. Im Freilichttempel Yaz?l?kaya kann man die Reliefs aller hethitischen Götter und Göttinnen sehen. Eine weitere wichtige Stadt in der Nähe von Hattuschasch war Alacahöyük.

Çank?r? und der Nationalpark von Ilgaz: Die Stadt Çank?r? blickt auf eine bis in alte Zeiten zurückreichende Vergangenheit. Zu den touristischen Orten der Stadt zählen die Festung von Çank?r?, Mescit (eine kleine Moschee), die Ulu-Moschee, die Höhlen im Dorf Be?dut und die Festungen in Eskipazar. Der Berg Ilgaz hat Çank?r? internationale Be-kanntheit eingebracht. Der Ilgaz-Nationalpark ist ein Winter-sportzentrum.

K?r?kkale, eine Gründung der Republik: K?r?kkale, das sich am mittleren K?z?l?rmak in Zentralanatolien befin-det, gehört zu den Städten, die in der Republikszeit ge-gründet wurden und sich schnell entwickelt haben. Die ‘Industriegesellschaft für Maschinenbau und Chemie’ hat hier in den ersten Jahren der Republik eine Fabrikskette er-richtet, die sich der Produktion von Munition, Pistolen, Ge-wehren und bestimmten elektrischen Maschinen widmet.

Sivas: Sivas, das an einer internationalen Handels-strasse liegt, ist bezüglich seiner historischen und touris-tischen Werte ein reicher Bezirk. Die Ulu-Moschee aus dem 12. Jahrhundert, die Medresse mit zwei Minaretten (Çifte Minare), die ?ifaiye-Medresse, die Buruciye-Medresse und die Gök-Medresse aus dem 13. Jahrhundert, das Güdük-Minarett aus dem 14. Jahrhundert sowie die Sait Pascha-Moschee, das Ta?han-Badehaus und das Kur?unlu-Bade-haus aus dem 16. Jahrhundert sind einige dieser histori-schen Sehenswürdigkeiten.

In der Nähe der Kreisstadt Kangal im Bezirk Sivas, die auch für ihre Hunde berühmt ist, befindet sich das weltbekannte fischhaltige Çermik-Thermalbad. Es handelt sich um eine der wichtigsten Heilstätten für die Psoriasis-Krankheit.

Der Göreme-Nationalpark: Der Nationalpark von Göreme, in dem man die interessantesten Formungen der Erdkruste sehen kann, besitzt eine geheimnisvolle Schön-heit. Die Berge Hasan und Erciyes sind zwei erloschene Vulkane, die während der geologischen Perioden aktiv waren.

Im phantastischen Göreme-Nationalpark bietet sich dem Betrachter ein Szenarium mit unzähligen Feenkaminen, Höhlen und anderen phantastischen Felsformationen, deren Farbharmonien von rot, rosa und braun in grau, gelb und grün übergehen. Die Gegend war eine Provinz des Römi-schen Reiches und erhielt den Namen “Kappadokien”, was auf Altpersisch “Land der weissen Pferde” bedeutete. Der leicht auszuhebende vulkanische Tuffstein gab den frühen Christen die Möglichkeit, unterirdische Städte, Klöster und Kirchen einzuhauen und so eine eigene prächtige und ge-heimnisvolle Welt zu erschaffen.

Von Hac? Bekta? zu Ahi Evran: In der nördlich von Nev?ehir und dem Nationalpark von Göreme gelegenen Kreisstadt Hac?bekta? ist die alte Wirkungsstätte von Hac? Bekta?-? Veli als ein Museum eingerichtet. Der hier wirkende Philosoph Hac? Bekta?-? Veli war für die Menschen in Ana-tolien mit seinen humanistischen Gedanken wegweisend.

Im Norden von Hac?bekta? liegt K?r?ehir, das über eine reiche Kultur verfügt. Caca Bey, A??k Pascha und Ahmet Bey leisteten mit ihren in türkischer Sprache verfassten Werken wichtige Beiträge zur geistigen Aufklärung der türkischen Gesellschaft.

Die schönsten und wichtigsten Ausflugsorte in der Umge-bung der Stadt ist der Hirfanl?-Staudammsee. Der Mikason-miya-Gedenkgarten nahe der Kreisstadt Kaman gehört zu den grössten Parks in der Türkei. Im Park gibt es 16.500 Bäume von 33 verschiedenen Arten.

Der in der Ebene am nördlichen Abhang des Erciyes-Berges gelegene Bezirk Kayseri gehört zu den wichtigsten Indus-triezentren der zentralanatolischen Region. Besonders die Weberei, Nahrungsmittelindustrie, Teppichherstellung und die Kupfer- und Lederverarbeitung sind entwickelte Indus-triezweige. Die Stadt ist ein Zentrum der türkischen Möbel-industrie und ist auch ein reiches Bergbaugebiet. Die hier gewonnenen Bodenschätze Eisen, Braunkohle und Chrom werden zum grossen Teil ins Ausland exportiert.

Konya, Hauptstadt der Toleranz: Die ältesten und wertvollsten Werke der türkischen Geschichte befinden sich im Bezirk Konya. Die Stadt war über 200 Jahre lang die Hauptstadt des Rum-Seldschukenreiches und verfügt aus dieser Zeit über unvergleichliche Baudenkmäler. Der be-rühmte türkische Dichter und Philosoph Mevlana lebte und starb in Konya. Er lehrte, dass jeglicher Erfolg im Leben von der Liebe zu den Menschen abhängig ist. Seine Gedanken, die ihn zu einem zeitlosen humanistischen Philosophen machten, wahren auch für die heutigen Gesellschaften in den 2000’er Jahren ihre absolute Bedeutung. Das Mevlana- Museum gehört zu den interessantesten Stätten in der Stadt.

Karaman ist ein wichtiges Zentrum der türkischen Ge-schichte. Türkisch als offizielle Sprache Anatoliens wurde zum ersten Mal in Karaman (1277) anerkannt. Die Festung von Karaman wurde im 12. Jahrhundert von den Seld-schuken errichtet. Die Arabo?lu-Moschee mit Dachrinnen-ausgängen in Form von Drachenköpfen und ihrem origi-nellen Gewölbe wurde im 14. Jahrhundert von der Dynastie der Karamano?ullar? erbaut. In der Region nördlich von Karaman, die früher von Christen als das Gebiet der 1001 Kirchen bezeichnet wurde, gibt es am und auf dem Karada?-Berg (2.288 m) mehrere Klöster und Kirchen der ersten Christen.

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