Relativsätze

das Relativpronomen „was“

Verwendung
1. Das Relativpronomen „was“ steht nach den Demonstrativpronomen „das“ und „dasselbe“
sowie nach Indefinitpronomen wie z.B. „alles“, „nichts“, „einiges“, „vieles“, „manches“,
„weniges“, oder „etwas“:
- Das, was jetzt vonnöten ist, ist ein radikaler Sparkurs.
- Nichts, was bisher zur Stabilisierung der Kurse unternommen wurde, hatte einen
nachhaltigen Effekt.


- Der Maßnahmenkatalog der Regierung enthält einiges, was bei den Gewerkschaften
auf erbitterten Widerstand stoßen wird.
2. Es steht ebenso nach substantivierten Adjektiven im Neutrum, meisten im Superlativ:
- Die Versetzung in die Auslandsfiliale war das Beste, was mir passieren konnte.
- Es gibt Schlimmeres, was einem zustoßen kann.
3. Es kann sich auch auf die gesamte Aussage des übergeordneten Satz beziehen:
- Der Chef hat mir gestern persönlich gratuliert, was mich sehr gefreut hat.
- Vielleicht ändert er seine Meinung noch, was ich mir allerdings nur schwer vorstellen
kann.
4. Der Relativsatz mit „was“ kann auch vorangestellt werden, wobei im Hauptsatz zur
Verstärkung das Demonstrativpronomen „das“ hinzugefügt werden kann:
- Was keiner wollen kann, (das) ist ein Scheitern des Projekts.
- Was wirklich passiert ist, (das) bleibt wohl für immer im Dunkeln.
Bezieht sich das Relativpronomen auf ein Präpositionalobjekt, so muss im Hauptsatz ein
entsprechendes Präpositionaladverb hinzugefügt werden:
- Was noch nicht in trockenen Tüchern ist, darüber sollte man noch nicht sprechen.
Einschränkungen / Besonderheiten
A. Das Relativpronomen „was“ existiert nur in der Singularform.
B. Es kann nur im Nominativ und im Akkusativ verwendet werden, im Genitiv und Dativ steht
„dem“ bzw. „dessen“:
- Es gibt vieles in dem Entwurf, dem ich nicht zustimmen kann.
- Fast alles, dessen er bezichtigt wurde, konnte ihm auch nachgewiesen werden.
C. Vor dem Relativpronomen „was“ kann keine Präposition stehen. Verlangt der Satz eine
Präposition, so wird bei den Präpositionen „an“, „auf“, „aus“, „bei“, „durch“, „für“, „gegen“,
„in“, „mit“, „nach“, „über“, „unter“, „von“, „vor“, und „zu“ ein Relativadverb gebildet:
- Es gibt so einiges, worüber ich mir jetzt Gedanken machen muss.
- Das war etwas, womit wir nicht gerechnet hatten.
- Er hat mich heute früh nicht gegrüßt, worüber ich mich sehr geärgert habe.
Bei allen anderen Präpositionen wird die Präposition + anschließendes Relativpronomen
gewählt:
- Kaffee ist etwas, ohne das ich nicht konzentriert arbeiten könnte.
- Es gibt etwas, aufgrund dessen ich von einer Anzeige abgesehen habe.

 

das Relativpronomen „wer“

1. Relativsätze mit „wer“ sind verkürzte Formen von Relativsätzen, die sich auf nicht näher
bestimmte Personen („derjenige“, „jeder“, „jemand“, „einer“, „alle“) beziehen
- Derjenige, der sich anstrengt, kann in unserem Unternehmen schnell aufsteigen.
 Wer sich anstrengt, kann in unserem Unternehmen schnell aufsteigen
- Jeder, der den Abschluss schafft, hat gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
-  Wer den Abschluss schafft, hat gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
2. Das Relativpronomen „wer“ hat keine Pluralform:
- Alle, die für die neue Satzung stimmen, geben jetzt bitte ihr Handzeichen.
 Wer für die neue Satzung stimmt, gibt/gebe jetzt bitte sein Handzeichen.
3. Die Formen im Singular lauten:
Nominativ: wer
Genitiv: wessen
Dativ: wem
Akkusativ wen
4. Der nachfolgende Hauptsatz wird durch ein Demonstrativpronomen eingeleitet. Wenn das
Relativpronomen und das Demonstrativpronomen im gleichen Kasus stehen, kann letzteres
auch entfallen:
- Wem die neuen Konditionen nicht passen, der kann aus dem Vertrag aussteigen.
Wessen Arbeitsplatz gefährdet ist, der wird kaum Kritik an der Geschäftsleitung üben.
- Wer einen guten Job hat, (der) braucht sich keine Sorgen zu machen.
Wen der Chef mag, (den) wird er fördern.
5. Vor dem Relativpronomen und dem Demonstrativpronomen können Präpositionen stehen,
allerdings ist dies nur möglich, wenn die Präposition im Hauptsatz und im Nebensatz gleich
sind.
- Über wen ich nichts weiß, über den kann ich auch nicht urteilen.
- Mit wem man nicht diskutieren kann, mit dem sollte man auch keine Verträge
machen.

 

die Relativadverbien „wo“, „wohin“, „woher“

1. Relativsätze, in denen sich das Relativpronomen auf eine Ortsangabe bezieht, können auch
als Sätze mit Relativadverbien formuliert werden.
So kann das Relativadverb „wo“ die Präposition „in“DAT + Relativpronomen ersetzen.
- Das Stadtviertel, in dem ich eine Wohnung gekauft habe, ist ein sozialer Brennpunkt.
 Das Stadtviertel, wo ich eine Wohnung gekauft habe, ist ein sozialer Brennpunkt.
Das Relativadverb „wohin“ kann die Präposition „in“AKK + Relativpronomen ersetzen.
- Brasilien ist ein Land, in das es derzeit viele Investoren zieht.
 Brasilien ist ein Land, wohin das es derzeit viele Investoren zieht.
Das Relativadverb „woher“ kann die Präposition „aus“DAT + Relativpronomen ersetzen.
- Die Region, aus der ich stamme, ist berühmt für ihre zahlreichen Käsesorten.
 Die Region, woher ich stamme, ist berühmt für ihre zahlreichen Käsesorten.
2. Bei Relativsätzen, in denen das Bezugswort ein artikelloser geographischer Name
(Kontinente, Länder, Städte, Inseln) ist, kann in den oben genannten Fällen nur das
Relativadverb benutzt werden.
- Hamburg, wo ich eine Wohnung gekauft habe, ist eine prosperierende Stadt.
- In Brasilien ist es insbesondere Sao Paulo, wohin es die Investoren zieht.
- In Australien, woher ich stamme, ist das Leben nicht so hektisch..
3. Bei Relativsätzen, in denen das Bezugswort ein Lokaladverb ist, kann nur ein Relativadverb
benutzt werden. Das Lokaladverb selber kann weggelassen werden, wenn das Lokaladverb
keinen konkreten Ort bezeichnet:
- Hier (=in Frankfurt), wo die wichtigsten Banken des Landes angesiedelt sind, sind
die Auswirkungen der Finanzkrise kaum mehr spürbar.
- Dort (= überall da), wo sich große Warenströme kreuzten, entstanden zwischen dem
13. und 15. Jahrhundert blühende Handelsstädte.
 Wo sich große Warenstrome kreuzten, entstanden zwischen dem 13. und 15.
Jahrhundert blühende Handelsstädte.
4. Das Relativadverb „wo“ kann sich auch auf eine temporale Angabe beziehen:
- In den letzten Jahren, wo der Konkurrenzdruck im Lebensmittelhandel deutlich an
Fahrt gewonnen hat, ist der Marktanteil der Discounter beständig gestiegen.
- Heutzutage, wo alle über den Klimaschutz reden, sind Autos mit hohem
Benzinverbrauch nicht mehr sehr zukunftsträchtig.

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