Das Ägäische Gebiet

Das ägäische Gebiet, dass sich im Westen der anatolischen Halbinsel befindet und seinen Namen vom angrenzenden ägäischen Meer erhielt, hat eine Fläche von 90.251 km² und macht 11,50% des Gebiets der Türkei aus.

Nach den Daten des ADNKS von 2009 leben in dem Gebiet 9,517.153 Menschen, davon 6,882.805 in den Städten und 2,634.348 in den Dörfern.

Das Ägäische Gebiet ist nach der Marmararegion das zweit-grösste Industriegebiet der Türkei. In Izmir überwiegt die Textil-, Nahrungsmittel- und Automobilindustrie, aber auch die Maschinenbauindustrie, Ersatzteileproduktion und an-dere Industriezweige sind vertreten. Die Olivenölproduktion konzentriert sich auf die Gegend von Ayvalik und Edremit. In Usak, Kütahya und Afyonkarahisar gibt es Zuckerfabriken; in Kütahya dagegen gibt es Zuckerfabriken und eine Schwe-felfabrik. Die Baumwollweberei ist in Izmir, Usak, Aydin und Nazilli, vor allem aber in Denizli verbreitet. Denizli ist das wichtigste Textilzentrum der Region für Produktion und Ex-port. Die Teppichknüpferei ist in Usak, Kula, Gördes, Simav und Demirci entwickelt.

Afyonkarahisar ist für Vorkommen und Produktion von Marmor bekannt. Die Salzgrube Çamalti im Golf von Izmir ist die grösste Salzgewinnungsanlage des Landes. Mit den Wärmekraftwerken in Soma, Tunçbilek und Yatagan sowie den Wasserkraftwerken in Kemer und Demirköprü trägt die Region zur Elektrizitätsversorgung der Türkei bei. Eine grosse Erdölraffinerie befindet sich in Aliaga nahe Izmir.

Nach dem berühmten Historiker Herodot aus Bodrum ist in der Ägäis ‘der schönste Himmel und das beste Klima’ zu Hause.

Izmir, die Perle der Ägäis: Der Geburtsort des berühmten anatolischen Epen-Dichters Homer, das ‘schöne Izmir’, ist ein wichtiges Tourismus-, Kunst-, Kultur-, Handels- und Industriezentrum.

Die erste Besiedlung der Stadt fand 3000 v.Chr. im heutigen Stadtteil Bayrakli statt. Seit 1500 v.Chr. geriet sie unter hethitischen Einfluss. Im 4. vorchristlichen Jahrhunde errichtete Alexander der Grosse die noch heute erhaltene Festung auf dem Kadifekale-Hügel und baute die Stadt an den Abhängen dieser Festung neu auf. Die Stadt erlangte in römischer Zeit einige Bedeutung und geriet nach der byzan-thinischen Periode unter osmanische Herrschaft. In Izmir, der Einwohnerzahl nach drittgrösster Stadt der Türkei, findet jedes Jahr die Internationale Messe von Izmir statt.

Çesme im Bezirk Izmir gehört zu den schönsten und popu-lärsten Ferienorten in der Türkei. Die beeindruckende Fes-tung von Çesme wurde im 16. Jahrhundert von den Osma-nen errichtet. Die restaurierte und in ein Hotel umgebaute Kanuni Sultan Süleyman-Karawanserei neben der Festung wurde ebenfalls im 16. Jahrhundert errichtet.

Ilica ist ein grosses Thermalzentrum nahe Çesme. Im Meer an den feinen Sandstränden von Ilica gibt es mehrere Ther-malquellen, die einmalig auf der Welt sind. Allein in der Ilica-Bucht wurden mehr als 250 Thermalquellen entdeckt.

In der Umgebung von Sigacik, einem wichtigen Jachtzent-rum südlich der Çesme-Halbinsel, gibt es wunderschöne Buchten. In der Nähe von Sigacik liegen die antiken Städte Teos, eine Kultstätte des Weingottes Dionysos, und Claros, wo sich ein Apollo-Tempel befindet.

Der Ferienort Foça im Norden von Izmir war in der Antike ein wichtiges Handelszentrum. Die Bewohner von Foça, die Seeleute waren, hatten in verschiedenen Teilen der Mittel-meerregion Handelskolonien.

Das im Bezirk Izmir gelegene Bergama, das alte Pergamon, ist nicht nur in der Türkei, sondern auch in der ganzen Welt sehr wohl bekannt. Im Westen der Stadt, die in alten Zeiten ein Zentrum der Kultur, Kunst und Medizin war, befindet sich das Asclepion, eines der grössten Krankenhäuser der Ge-schichte. Am Eingang des dem Gesundheitsgott Asclepios gewidmeten Krankenhauses sieht man das Symbol dieses Gottes, nämlich das Schlangenrelief, das auch heute die Wissenschaft der Medizin symbolisiert. Der berühmte aus Bergama stammende Arzt Galen hatte in diesem Kranken-haus gearbeitet. Die wichtigsten architektonischen Ruinen dieses Ortes, an dem Pergamentpapier zum ersten Mal hergestellt wurde, befinden sich auf der Akropolis. Hier befand sich die berühmte Bibliothek mit ihren ehemals 200 tausend Büchern, die Tempel von Athena und Trajan, das steilste Theater der Welt und die Grundrisse des Zeusaltars,der zu den künstlerischen Weltwundern zählt. (Dieser prachtvolle Altar befindet sich heute im Pergamon-Museum in Berlin.)

Das innere Ägäische Gebiet: Die Stadt Denizli ist nach Izmir die zweitgrösste Stadt im Inneren des ägäischen Gebietes. Die Webeindustrie hat in Denizli enorme Fort-schritte gemacht; in Stadt und Umgebung gibt es 40.000 Webstühle. Aufgrund seines prachtvollen Anblicks und seiner nützlichen Thermalquellen ist Pamukkale seit römischer Zeit ein gefragtes Erholungszentrum.

In der Provinz Denizli liegen mehrere antike Städte wie Laodikya oder Colossae. Die Kreisstadt Güney ist für ihren Wein und ihren Wasserfall, Buldan für seine Webstühle und Çal für seine Weinstöcke bekannt.

Manisa ist eine west-anatolische Stadt, die über bedeutende historische und kulturelle Werte, natürlichen Reichtum, be-deutende Beiträge im agrarischen und industriellen Sektor und hohes touristisches Potential verfügt. Bei Manisa denkt man vornehmlich an das “Mesir-Fest“. Die Ursprünge des im März veranstalteten Festes gehen auf frühere Zeiten zurück. Eine aus 41 verschiedenen Gewürzen zubereitete Paste, von der geglaubt wird, dass durch sie die Mutter Süleyman des Prächtigen, Ayse Hafsa Sultan, Genesung fand, wird während der Festtage von der Veranda der Sultan-Moschee aus an das Volk verteilt.

Die prächtigste antike Stadt im Bezirk Manisa ist Sardes. Die lydische Hauptstadt, die sich am Ausgangspunkt der be-rühmten sich nach Osten erstreckenden ‘Königsstrasse’ befand, war zugleich ein wichtiges Handelszentrum. So wur-den in Sardes zum ersten Mal auf der Welt Geldmünzen als kommerzieller Wert verwendet. Der Artemis-Tempel und das restaurierte Gymnasium aus dem 3. Jahrhundert n.Chr. sind vielbesuchte Plätze in Sardes. Im Bezirk Manisa befinden sich ausserdem die Burg von Manisa, die ‘Yogurtçu’-Burg, das ‘Mevlevihane’ und der ‘Spil’-Berg-Nationalpark.

Die alte Stadt Kütahya ist von osmanischen Architektur-werken geprägt. Das Haus, in dem der ungarische Volksheld Lajos Kossuth im 19. Jahrhundert wohnte, ist heute zum Kossuth-Museum geworden.

Im für seine Teppichknüpferei berühmten Bezirk Usak be-finden sich mehrere antike Stätten und historische Bauten. Der weltberühmte Schatz von Krösus wird im Archäologi-schen Museum in Usak zur Schau gestellt.

Die Stadt Afyonkarahisar wurde am Fuss eines Berges, auf dem sich eine Festung befindet, errichtet. Die aus der Um-gebung von Afyonkarahisar ans Tageslicht gebrachten Fun-de werden im Museum von Afyonkarahisar zur Schau ge-stellt. Der Raum, in dem Objekte aus phrygischer Zeit aus-gestellt werden, ist der wichtigste Teil des Museums. Phry-gische Freilichttempel kann man in Aslankaya, Aslantas, Maltas und Yilantas im Norden von Afyonkarahisar sehen.

Die berühmten antiken Städte: Zwei der sieben Weltwunder befanden sich im südlichen Ägäis-Gebiet. Das erste ist der Artemis-Tempel in Ephesus an der Strasse nach Selçuk. Das zweite ist das für Mausolos, dem König von Karien im 4. Jahrhundert v. Chr. errichtete Mausoleum in Bodrum, von dem heute nur die Grundmauern erhalten sind. Beliebte touristische Sehenswürdigkeiten von Selçuk sind das Archäologische Museum von Ephesus, die Basilika des Apostel Johannes, die Festung, die Isa Bey-Moschee und die Koca-Moschee.

Der Bezirk Aydin an der ägäischen Küste beherbergt weitere antike Städte, wie zum Beispiel Tralles, Alinda, Alabanda, Nysa, Magnesia, Priene -die erste planmässig erbaute Stadt der Welt-, Milet, wo der berühmte Mathematiker Thales lebte, Dydyma mit dem prachtvollen Apollo-Tempel sowie Heraklia und Aphrodisias. Aphrodisias zählt zu den präch-tigsten antiken Städten in der Ägäis. Die Marmorstatuen waren weltweit bekannt. Die Stadt beherbergte den Aphrodite-Tempel, das Odeon, das Hadrian-Badehaus, ein Stadium, eine Agora, ein Theater und die Badehäuser des Theaters.

Bodrum, das sich im Süden der gleichnamigen Halbinsel in der Ägäis befindet, ist ein bedeutendes Jachtzentrum. In dieser Stadt herrscht die weisse Architektur des Mittelmeers vor. Der im gesamten Mittelmeer für den Jachttourismus begehrte Jachttyp ‘Gulet’ stammt aus Bodrum.

Die Datça-Halbinsel ist die engste und längste Halbinsel, die sich in die Ägäis erstreckt. Am Ende der Halbinsel befindet sich die Ruinenstadt Knidos, ein altes Kunst und Kultur-zentrum der Antike.

Weitere weltbekannte touristische Orte im Bezirk Mugla sind Marmaris, das mit seinen Stränden, Ausflugsorten, Cafés, Restaurants und Bars ein attraktiver Ferienort ist, ferner das für seine natürlichen Schönheiten bekannte Fethiye und Köycegiz mit dem gleichnamigen See, in dem man Was-serski fahren, segeln oder mit dem Wasserrad oder Ruder-boot umherfahren kann.

 

 

 

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