Das Schwarzmeergebiet

Das Schwarzmeergebiet, dass sich vom Osten der Ebene von Adapazar? bis nach Georgien erstreckt, erhielt ihren Namen von dem Meer, an das sie angrenzt. Sie umfasst eine Fläche von ca. 116.169 km², nimmt 14,81% der Fläche der Türkei ein und ist die Region mit dem grössten Zeitunterschied.

Nach den Ergebnissen des ADNKS von 2009 hat die Region 7,535.299 Einwohner, wovon 4,309.277 in den Städten und 3,226.022 in den Dörfern leben.

Zu den wichtigsten Industrieanlagen des Schwarzmeerge-bietes zählen die Eisen-Stahlfabriken in Karabük und Ere?li, das Wärmekraftwerk Çatala?z?, die Steinkohlereserven in der Umgebung von Zonguldak, die Kupferproduktionsanla-gen in Murgul sowie Zucker-, Papier-, Schwefelsäure- und Pflanzenölprodukte, Tee, Haselnüsse und Haselnussproduk-te und Fischmehl- und Zigarettenfabriken in verschiedenen Teilen der Region.

Bolu: Mit seinen hohen Bergen, seinen dichten Wäldern, den Seen und Flüssen ist Bolu eine anmutige Stadt der westlichen Schwarzmeerregion. Der fruchtbare Bo-den, die weiträumigen Weiden und die üppigen Waldflächen haben dazu beigetragen, dass sich Ackerbau, Viehzucht und Forstwesen gut entwickelten. Die Gegend von Bolu verfügt über eine reiche Flora. Mehr als die Hälfte der 7.000 lan-desweit wachsenden Pflanzenarten sind hier heimisch.

Der Abant-See, 34 km südwestlich von Bolu, liegt 1.325 m über dem Meeresspiegel. Abant ist ein vielfältiges touristi-sches Zentrum, das im Sommer mit dem klaren Wasser des Sees und dem Nadelbaumgeruch der Wälder zehntausende von Besuchern anzieht und im Winter ein attraktives Ski-Zentrum bildet. Südwestlich von Bolu gelegen sind Mudurnu und Göynük, beides wichtige Orte der türkischen Kulturge-schichte. Die Ak?emsettin-Turbe, eines der schönsten os-manischen Werke, befindet sich in Göynük. Die Kreisstadt Mengen dagegen ist für ihre kulinarischen Gerichte und die dort ausgebildeten Köche landesweit bekannt.

Das Kohlenbecken der Türkei: Zonguldak ist das Kohlenproduktionszentrum der Türkei. Das wirtschaftliche Leben in diesem Bezirk beruht hauptsächlich auf Bergbau und Industrie. Die im Südosten liegende Kreisstadt Devrek ist für ihre verzierten Spazierstöcke bekannt.

Ere?li westlich von Zonguldak ist ein Industriehafen, wo sich Eisen- und Stahlfabriken befinden. Östlich von Ere?li liegt die Cehennema?z?-Höhle (“Höllenrachenhöhle”), wo der Mythologie nach Herkules den Hund Kerberos getötet hat. Bart?n im Osten von Zonguldak ist eine Stadt, die für ihre alten Holzhäuser und für ihre landschaftliche Schönheit be-rühmt ist. Südlich dieser Stadt liegt die Industriestadt Karabük und Safranbolu, das mit seinen historischen Häu-sern wie ein Freilichtmuseum ist.

In Kastamonu, dessen Wirtschaft zum grössten Teil auf der Landwirtschaft beruht, gibt es mehrere Thermalbäder. Die Umgebung wird von einem 170 km breiten Küstenstreifen gebildet, der mit den Küre-Bergen, seinen Wäldern, dem weltbekannten Valla-Canyon, den luftigen Almen und den heilungsspendenden Bergquellen geradezu ein Paradies auf Erden ist.

Die wichtigsten historischen und künstlerischen Werke Kas-tamonus sind die Evkaya-Grabstätten, von denen angenom-men wird, dass sie aus dem 7. Jahrhundert v.Chr. stammen, ferner die Festung von Kastamonu, die im 12. Jahrhundert von den Byzantinern auf einem felsigen Hügel errichtet wurde, das Museum von Kastamonu, das selbst ein histo-risches Gebäude ist, die in der Zeit der Dynastie der Çan-daro?ullar? erbaute ?bni Neccar-Moschee und schliesslich das sich auf einem grossen Sockel erhebende bronzene Denk-mal von Atatürk in der Cumhuriyet-Strasse, welches die Kleidungs- und Hutreform symbolisiert.

Die Stadt Sinop wurde auf einer Halbinsel errichtet. Wegen der reichen Niederschläge bestehen hier eine vielfältige Flora und reichhaltige Wälder. Die nach der amazonischen Königin Sinope benannte Stadt wurde von milesischen Kolo-nisten errichtet. Der für seine Worte ‘Mache keinen Schatten, andere Wohltaten möchte ich nicht’ bekannte berühmte Philosoph Diogenes hat im 4. Jahrhundert v.Chr. in Sinop gelebt.

Düzce, das am westlichen Schwarzen Meer an der Grenze des Marmaragebietes liegt, gehört zu den seltenen Städten, in denen sich historische Werke unterschiedlicher Kulturen und natürliche Schönheit vereinen. Die Geschichte der Stadt reicht auf die hethitische Zivilisation zurück, die zwischen 1390 und 800 ein Reich errichteten. Düzce bietet mit ihren Almen, Seen, fliessenden Gewässern, Wäldern und Küsten alle Möglichkeiten für den Tourismus und für Natur-Sport-arten.

Die Geschichte von Amasya reicht bis zu den Hethitern zu-rück. Die Stadt, die vor allem im 15. und 16. Jahrhundert an Bedeutung gewann, weil in ihr damals die osmanischen Prinzen und mehrere Wissenschaftler aufwuchsen, zählte zu den fünf grossen Kulturzentren in Anatolien und wurde von europäischen Reisenden als das ‘Oxford Anatoliens’ be-zeichnet. Die osmanischen Sultane Murat II. und Selim I. (Yavuz) wurden in Amasya geboren. Die Stadt spielte auch im nationalen Befreiungskampf eine wichtige Rolle. Mustafa Kemal Atatürk, der am 19. Mai 1919 in Samsun anato-lischen Boden betrat, traf am 12. Juni 1919 in Amasya ein.

Tokat lässt in seinem Gebiet die gesamten natürlichen Schönheiten des Schwarzmeergebietes aufblühen, verfügt aber auch über reiche historische und kulturelle Besitztümer. Im Bezirk Tokat gibt es mehrere Bauten aus römischer,

seldschukischer und osmanischer Zeit. Zur Ausschmückung der Stadt tragen Kuppelgräber, die ‘Gök’-Medresse, die H?d?rl?k-Brücke, ein Uhrturm, die ‘Ulu’-Moschee, die Moschee am Ali Pascha-Platz und weitere Moscheen, Medressen und Gräber bei. In der Stadt sind das Kupferhandwerk, die Le-derverarbeitung und die Weberei sehr entwickelt. Berühmt ist das Färbereihandwerk. Die ertragreichen Ebenen von Niksar und Erbaa am Ye?il?rmak und seinen Seitenflüssen bilden die Vorratskammern für Gemüse und Obst der Re-gion. Die Höhle von Ball?ca, 24 km von Tokat entfernt, ist ein Naturwunder.

Giresun ist ein sagenhafter Ort im östlichen Schwarzmeer-gebiet, der als einziger Ort über eine Insel verfügt und in dem die grüne Farbe in blau übergeht. Die Geschichte der Stadt reicht ins 8. Jahrhundert v.Chr. zurück, als die Mileter hier eine Hafenstadt errichteten. Der Antike Name ‘Ceresus’ zeigt an, dass es sich hier um ein altes Zentrum der Kirsche handelt. Die wichtigste Einnahmequelle des Gebiets ist der Haselnuss-Anbau.

Samsun ist eine wichtige Hafenstadt in der östlichen Schwarzmeerregion. Neben den natürlichen Schönheiten ist die Stadt auch für ihre entwickelte Industrie bekannt.

Samsun ging in die Geschichte ein, weil dies der Ort war, wo Atatürk zum ersten Mal anatolischen Boden betrat, um den Befreiungskrieg einzuleiten. Das Denkmal, das Atatürk auf einem Pferd, das auf zwei Beinen steht, darstellt, ist das augenfälligste Monument in der Stadt. Das Atatürk-Museum und die dortige Bibliothek liefern lebendige Informationen über den türkischen Befreiungskampf.

Ordu ist eine typische Stadt des Schwarzmeergebietes, in deren Umgebung sich ausgedehnte Grünflächen und kilo-meterlange grüne Haselnussgärten aneinander ablösen. Im Süden der Stadt befindet sich in 1.250 m Höhe die Çamba??-Alm und in 2.000 m Höhe die Keyfalan-Alm.

Eine historische Hafenstadt: Trabzon ist eine wichtige und grosse Hafenstadt an der Schwarzmeerküste. Der Hafen bildet den Beginn der Transitstrasse in den Iran und hat Verbindung zu den Häfen der anderen Schwarz-meeranrainerländer. Die Stadt wurde im 8. vorchristlichen Jahrhundert von milesischen Kolonisten errichtet. Die meis-ten architektonischen Werke in der Stadt stammen aus der byzanthinischen, komnenischen und osmanischen Zeit.

Die historischen Häuser in den Nebenstrassen der Stadt sind sehenswert wie auch das K?zlar-(‘Mädchen-’) Kloster und der Irenen-Turm, beide aus der komnenischen Zeit. Im Alt?ndere-Nationalpark im Süden von Trabzon in der Nähe von Maçka liegt das prachtvolle Kloster Sumela. Es befindet sich an einer Felswand in 270 m Höhe.

Trabzon ist von wunderschönen Almen umgeben, wie die Almen von Erikbeli, H?d?rnebi, ?olma, Kirazl? und Kad?rga. Im Süden von Hamsiköy, das für seine kulinarischen Gerichte bekannt ist, befindet sich mit dem Zigana-Tunnel der längste Strassentunnel der Türkei. Der Schmuckbasar der Stadt Trabzon ist gleichfalls sehr bekannt, denn hier werden die berühmten, gleichsam geflochtenen Armreife aus Gold und Silber verkauft.

Eine Stadt auf grünen Abhängen: Der Bezirk Rize liegt in einem Gebiet mit üppigen Grünflächen. In der Wirtschaft nimmt die Landwirtschaft die erste Stelle ein, und hier denkt man zuerst an den Tee, dem Symbol von Rize. Der ‘Kaçkar-Berge-Nationalpark’ im Süden von Rize ist ein landschaftliches Paradies.

Gümü?hane, Bayburt und Dede Korkut: Gümü?-hane liegt im Landesinneren des Schwarzmeergebietes. Wie sein türkischer Name ‘Gümü?hane’ (“Silberhaus”) nahelegt, gibt es in der Umgebung Silbervorkommen. Der Name wurde von Süleyman II. (“der Prächtige”) verliehen, der an diesem Ort eine Moschee und 50 Häuser errichten liess und für die Entwicklung des Ortes sorgte. Zu den Schönheiten der Stadt zählen die von Alexios Komnenos errichtete Hagios-Klos-terkirche im 14. Jahrhundert und der Kelkit-Bach, der wie in einer Klamm mitten durch die Stadt fliesst.

Die Geschichte des sich an den Ufern des Çoruh-Flusses erstreckenden Bayburt lässt sich bis auf die Jahre 3000 v.Chr. zurückverfolgen. Weil die Stadt an der Seidenstrasse liegt, wird sie von verschiedenen Reisenden erwähnt, vor allem von Marco Polo und von Evliya Çelebi. Hier befinden sich Grab und Wohnstätte von Dede Korkut, einem von Mittelasien nach Anatolien gewanderten Heiligen.

Artvin und seine bekannten Almen: In dem an den Kaukasus angrenzenden Artvin befinden sich die schönsten Almen der Türkei. Zu Sommerbeginn trifft die einheimische Bevölkerung Vorbereitungen für den Umzug auf die Almen für die Viehzucht. Der traditionelle ‘Umzug auf die Alm’ erfolgt in einer festlichen Atmosphäre. Auf dem Çoruh-Fluss, der die Stadt in zwei Teile teilt, kann man Wassersport wie Rafting und Kanu betreiben.

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